Ein besonderer Tagesausflug des EBBV …

… brachte uns 37 (!) Teilnehmer per Pulay-Bus zunächst in die kleine Gemeinde Ruppersthal in das
Ignaz-Pleyel-Museum.
Dort gab der junge Pianist Paul Blümel an einem Original –  Pleyel-Flügel ein beeindruckendes Konzert mit Werken von Ignaz Pleyel und Frederik Chopin.

Prof. Adi Ehrentraud, (74), Initiator des Museums und „Zweite Seele“ des Komponisten, erzählte anschließend auf kurzweilige, packende Art  die Biografie des 1757 in Ruppersthal geborenen, aber in Österreich weitgehend unbekannten Komponisten:
Pleyel war über mindestens 2 Jahrzehnte – es war die Zeit um die Französische Revolution – der weltweit meistgespielte Komponist. Weltweit. Weit mehr als sein Lehrer Haydn, mehr als Beethoven, mehr als Mozart (!)


Wie konnte er derart in Vergessenheit geraten? Pleyel wanderte ins Elsass aus, wurde Domchormeister in Straßburg. Eine hochdotierte und entsprechend begehrte Anstellung.
Dann kam die Französische Revolution, der viele Klerikale (dazu gehörte auch ein Domchormeister) zum Opfer fielen. Zudem war Pleyel den Revolutionären als Österreicher suspekt – er wurde verhaftet.
Mit dem Auftragswerk „Revolutionskantate“ konnte er nicht nur seinen Kopf vor der Guillotine retten, sondern war damit sogar plötzlich respektiert.
Allerdings: In Österreich betrachtete man den vermeintlichen Gesinnungswandel des Komponisten geradezu als Hochverrat; Pleyel durfte nicht mehr nach Österreich reisen und wurde – bis vor rund 40 Jahren „amtlich negiert“.
Nur in Paris gibt es bis heute den „Salle Pleyel“ – der Pariser „Wiener Musikverein“.
(Die „Revolutionskantate“ gelangt am Freitag, 8.9.2017 um 18:00 Uhr nach 224 Jahren (!) im Pleyel-Kulturzentrum Ruppersthal zur österreichischen Uraufführung.)

Die Marionetten hängen im Museum und stammen aus der Inszenierung einer Oper Pleyels.
Nach diesem wahrhaft beeindruckenden Erlebnis war eine Führung durch die NÖ

 

Landesausstellung „Alles was Recht ist“
im perfekt restaurierten Schloss Pöggstall angesagt.

Wieder wurden wir mit viel Aufmerksamkeit empfangen und vor allem mit viel Kompetenz durch die sorgfältig gestaltete Ausstellung geführt. Änderungen in der Rechtsauffassung im Lauf der Geschichte und in unterschiedlichen Kulturen bis herauf zu höchst aktuellen Themen in der Weltpolitik gaben Anlass zu manchen kritischen Fragen, aber auch betroffenem Nachdenken. Die Aspekte sind so ungeheuer vielfältig, dass sie in 90 min nur gestreift werden können.

Vieles ist beklemmend – und damit sind keineswegs nur (die auch vorhandenen) „gruseligen“ Exponate gemeint: Etwa Art und Höhe von Strafen – für welche Delikte; die Handhabung des aktuellen Strafvollzuges;  kann Folter gerechtfertigt sein; die Frage der Todesstrafe …
Zwei Themen an einem Tag, wie sie gegensätzlicher kaum sein können.

Fast müßig, noch zu ergänzen, dass Alles wie gewohnt perfekt organisiert ablief.  Danke, Hannelore!
Für das gute Wetter dürfen wir uns „Ganz oben“ extra bedanken!

Die Philippinen – ein Teil des pazifischen Feuerringes

Sicher ist den Besuchern unserer Kirche schon der anmutige Engel, aus gaze-ähnlichem Material aufgefallen. Fast transparent aus Bastfasern gefertigt von Frau Immerz, der philippinischen Gattin des Bayern Anton Immerz, der uns am 19. Februar 2017 eine eindrucksvolle Präsentation über die Philippinen im Rahmen des Evangelischen Bildungswerkes bescherte.

Was wir bisher über den Inselstaat mit mehr als 100 Millionen Einwohnern wussten, war vielfach von Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Taifunen geprägt. Auch die öffentliche Sicherheit im Land der 7100 Inseln und seiner Vielzahl von Ethnien (170 verschiedene Sprachen!)  klingt nicht gerade einladend. Doch die Menschen sind durchwegs freundlich, hilfsbereit –  und feiern gerne.   Rund 90% der Bevölkerung ist katholisch.
Die Natur ist von überwältigender Vielfalt: Der höchste Berg erhebt sich bis auf knapp 3000 m; wenige 100 km weiter östlich stürzt der Philippinen-Graben auf eine Tiefe 10.540 m ab. Die Philippinen sind geologisch Teil des „Pazifischen Feuerringes“ und das äquatornahe Klima ist tropisch: durchschnittliche Jahrestemperatur 27 °C, um nur einige wenige Einzelheiten aus dem Vortrag herauszugreifen.
Danke für diesen „Besuch bei unserem Gegenüber“ auf der anderen Seite der Welt!
Foto: Frau und Herr Immerz mit Hannelore Baumgartner